Dieses Profil beschreibt den Schreibstil des Autors/Teams unabhängig vom DSOMM-Kontext – als übertragbare Stilvorlage für beliebige Texte (Dokumentation, Readmes, Wikis, Tickets, Richtlinien). Es abstrahiert von Schema und Fachdomäne und erfasst Stimme, Satzbau, Formatierung und Eigenheiten.
- Register: knapp, sachlich, checklistenartig. Praktiker schreibt für Praktiker; Fachvokabular wird ohne Erklärung vorausgesetzt. Kein Marketing-Ton, keine Füllwörter, keine Höflichkeitsfloskeln.
- Perspektive: standardmäßig unpersönliche dritte Person. Direkte Leseransprache („you/your") nur sparsam und eher in Anleitungs- oder Beispielkontexten („Find a tool that suits your environment.").
- Haltung: feststellend statt werbend. Zielzustände werden als Fakt formuliert („Findings are visualized per component."), nicht als Versprechen. Meinungen werden trocken und beiläufig eingestreut („There are debates on how useful a WAF is for APIs.").
- Humor: selten, trocken, einzeilig, mitten im Sachtext („Security joke: We will gain 100% false negatives."). Gelegentlich narrative Ich-Perspektive zur Veranschaulichung eines Szenarios („As an attacker, I compromise a system, gather credentials and try to use them.").
- Pragmatismus vor Perfektion: Texte sind Arbeitsdokumente. Platzhalter (
TODO), offene Fragen als Kommentar und unfertige Stellen werden sichtbar stehengelassen statt versteckt. Copy-Paste-Wiederverwendung ganzer Absätze über verwandte Texte hinweg ist normal.
- Englisch, amerikanische Schreibweise („organization", „behavior", „analyze"). Erkennbar von deutschen Muttersprachlern geschrieben.
- Zwei Schichten: älterer Text ist kurz, passivisch und fehlerbehaftet; neuerer Text ist flüssig, aktiv/imperativisch, mit längeren Sätzen und Gedankenstrichen. Neue Texte sollten der neueren Schicht folgen: korrektes, direktes Englisch bei gleichbleibender Knappheit.
- Hedging als Stilmittel: Unsicheres wird konsequent mit „might", „can", „may lead to" markiert; Empfehlungen mit „should be considered", „is recommended", „A good practice is to …", „helps to …". Absolute Behauptungen sind selten.
- Satzbau:
- Kurze Aussagesätze im Präsens dominieren; 1–3 Sätze pro Gedanke.
- Satzfragmente sind als Stilmittel akzeptiert, besonders als nachgestellte Präzisierung („At least quarterly.") oder als Titel-/Listenzeile ohne Verb.
- Nominalstil bei Benennungen: „Usage of …", „Creation of …", „Definition of …", „Conduction of …".
- Ursache-Wirkungs-Ketten in zwei Schritten: „X might lead to Y. This might lead to Z."
- Konkretion: Abstraktes wird sofort mit Beispielen geerdet – Toolnamen, Kontonamen, Schwellwerte und Zeiträume direkt in der Prosa („Use a tool like trivy", „standard accounts like 'admin'", „in under 10 minutes", „twice in a year for 1-3 days").
- Bullets:
--Listen als Standardwerkzeug für Aufzählungen, Nachweise und Schritte; kurz, ein Gedanke pro Punkt. Schlusspunkte uneinheitlich (neue Texte: konsequent setzen). - Hervorhebung: Kursiv per
_underscore_für eingeführte Fachbegriffe („A defined deployment process is …"); Fett für Labels und Ankündigungen („Example High Maturity Scenario:"); Backticks für Code- und Toolbegriffe; einfache Anführungszeichen für Literale (‚admin', ‚cat'). - Überschriften: sparsam,
#/###, oft als knappe Sektionsmarker („### Benefits"). - Links: Inline-Markdown-Links mit sprechendem Linktext; Quellenangabe als eigene Zeile am Textende („Source: …" oder „Source: …").
- Definitorischer Einstieg als wiederkehrendes Muster längerer Texte: erster Satz definiert den Gegenstand („X is / refers to the practice of …"), danach Nutzen, dann Details/Bullets.
- Kein HTML, keine Tabellenlastigkeit, keine Deko. Emojis nur als etablierte Insider-Marker (z. B.
:unicorn:für „Besonderheiten eurer Anwendung"), nicht als Schmuck.
- Risiko/Problem: Negationseinstieg – „Without …", „Failing to … might undermine …", „Not aware of …"; Folgen mit „might get exploited", „leading to potential … and data loss".
- Maßnahme/Anleitung: Imperativ mit Objekt und Beispiel – „Implement a centralized logging solution for all critical systems.", „Mandate blocking of force pushes …", „Integrate static code analysis tools in IDEs."
- Zustandsbeschreibung: kurzes Passiv – „X is performed.", „Y are tracked in the teams issue system (e.g. jira)."
- Nachweis/Prüfung: „Show …", „Demonstrate …", „… are available".
- Einschränkung/Abgrenzung: „… rather than replacing them", „The human decision stays: …", „Therefore, choose this activity wisely."
- Beispiele fast immer als Klammereinschub mit „e.g." (sehr häufig; neuere Texte mit Komma: „e.g., Dependabot or Renovate"), Aufzählungen offen gelassen mit „…" („mandatory code reviews, ...").
- Abkürzungen bei Ersteinführung ausschreiben und in Klammern abkürzen, danach nur noch die Kurzform: „Mean Time to Resolution (MTTR)", „SBOM (Software Bill of Materials)".
- Eigenwillige, aber konsistente Wortwahl gehört zur Stimme: Angreifer als „evil actors"/„evil administrators"; „unsecure" kommt historisch vor (neu: „insecure").
- Tags/Slugs/Bezeichner: kebab-case, klein, kurz.
- Produktnamen korrekt kapitalisieren (im Altbestand nachlässig: „jenkins", „github" – nicht übernehmen).
Zur Abgrenzung – diese Muster prägen alte Texte, sollen in neuen aber vermieden werden:
- „specially" statt „especially" (systematisch), „the hole organization" (whole), „Two ore more" (or), „might exists"/„shouldn't exists", „alarms are send out", „availabe", „builded".
- Germanismen: Kommasetzung nach deutschem Muster („makes sure, that …"), „are getting + Partizip" („are not getting tracked"), Bindestrich-Komposita („Coverage- and control-metrics"), „as" statt „than" in Vergleichen.
- Halbfertige Sätze, doppelte Wörter („in in", „to to"), verwaiste Satzzeichen und abgebrochene Klammern.
- Kurz und konkret schreiben: ein Gedanke pro Satz, ein Gedanke pro Bullet; lieber ein Beispiel in Klammern als ein erklärender Absatz.
- Amerikanisches Englisch, Präsens, aktiv/imperativisch; Passiv nur für Zustandsbeschreibungen.
- Unsicherheit ehrlich hedgen („might", „can"), Empfehlungen als „should"/„A good practice is to …".
- Längere Texte mit Definitionssatz beginnen, mit
--Bullets strukturieren, mit Quellenzeile enden. - Fachbegriffe kursiv einführen, Abkürzungen einmal ausschreiben, Literale in einfache Anführungszeichen.
- Konkrete Tools, Zahlen und Zeiträume nennen statt Allgemeinplätze.
- Nüchtern bleiben; Meinung und Humor sparsam und trocken dosieren.
- Unfertiges als
TODOmarkieren statt verschleiern.